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Chinesisches Frühlingsfest

Chinesisches Frühlingsfest der GSG erfreut sich großen Zulaufs

Bereits zum zweiten Mal feierte die GSG am 27. Februar im Pädagogischen Zentrum (PZ) der Schule das chinesische Frühlingsfest. Das traditionelle Neujahrsfest und zugleich bedeutendstes Fest in China wird allerorten mit bunten Festtagsprogrammen begangen. Die inzwischen 120 Chinesischlerner der GSG aus den Jahrgängen 6,7,8 und 11,12,13 hatten ebenfalls ein vielfältiges Programm vorbereitet. Vor zahlreichen Gästen aus dem Schulministerium, verschiedener Institutionen und Firmen sowie weit über 300 Angehörigen der Schulgemeinde "platzte" das PZ fast "aus den Nähten".

In China beginnt jedes Frühlingsfest mit einem Drachentanz. Schüler vom WP1- Kurs "Darstellen und Gestalten" des Jahrgangs 7 hatte sich von China und seinen kulturellen Bräuche inspirieren lassen. Ihre Interpretation des Drachentanzes stellte einen hervorragenden Einstieg in den Abend dar. Dem Drachen folgten die "Tiger" -Chinesischlerner des 6. Jahrgangs mit einem zauberhaften "Tiger-Kinderlied". Die "Jüngsten" wussten außerdem mit einer Reihe von Eltern-Kind-Witzen zu begeistern.
Im Anschluss daran präsentierte der Chinesischkurs des Jahrgangs 7 ein klassisches "chéngyŭ"-Stück." ?chéngyŭs" sind Sprichwörter, die die chinesische Sprache im Besonderen prägen. Das Stück "Eine Schlange mit Füssen malen" (画蛇添足) machte deutlich, dass zu viel des Guten bisweilen auch schädlich sein kann.
Zu viel des "Guten" an Essen und chinesischem Schnaps hatte auch der Protagonist des nachfolgenden Sketches "Ein Deutscher in China" (一个德国人在中国 genossen. Die körperlichen Beschwerden wurden ? dem Kulturkreis entsprechend, aber zum Entsetzen des Europäers ? mit Akupunktur behandelt. Die Behandlung zeigte jedoch beeindruckende Wirkung, so dass der Mann nicht nur vom chinesischen Essen und Trinken, sondern auch von der traditionellen Heilkunst restlos überzeugt war. Zum mühelosen Sprung von der Tradition in die chinesische Moderne verhalf anschließend Leon Meißler ? Chinesischlerner aus Jahrgang 8 ? dem Publikum mit einem begeisternden Gesangssolo. "Geh auf dem Gehweg!" (走人行道!hieß einer der vielen Maßregelungen, mit denen man sich (nicht nur als Schüler) alltäglich konfrontiert sieht. Doch das Lied formuliert auch den Wunsch nach einem selbst bestimmten, eigenständigen Leben? offensichtlich auch für die chinesische Jugend kein Tabubruch mehr! Musik und Rhythmus wie seine Performance begeisterten das Publikum, das sich mit lang anhaltendem Applaus bedankte. Ruhigere Töne folgten von den Chinesischlernern aus 8 mit einem Schattenspiel. Die Geschichte aus der klassischen chinesischen Mythologie - "Chang'e fliegt zum Mond" (嫦娥奔月) - erzählt, wie eine Frau (kein Mann!) mit Hilfe eines Unsterblichkeitselexiers ihren Platz im chinesischen Mond findet.

Eine eigene Choreographie eines Fächertanzes präsentierten im Anschluss die Chinesischlerner aus Jahrgang 11.
Zwei kurze Sketche der gleichen Lernergruppe machten deutlich, dass zum einen intellektuelle Überheblichkeit  bisweilen in tiefste "Abgründe" führen kann - "Das Glück ist mit den Dummen" (
笨人有福).  Zum anderen zeigte  der Sketch "Das beste Verkehrsmittel"  (最好的交通工具) - als Beitrag zur aktuellen Verkehrsdebatte ?, dass "zu Fuß" das eindeutig zu präferierende Verkehrsmittel sei. Der zweite Kurs des Jahrgangs 11 zeigte schließlich noch ein weiteres "chéngyŭ"- Stück - "Sai Weng verliert sein Pferd" (塞翁失马)  - oder die Geschichte wie aus "Gutem mitunter Schlechtes und aus Schlechtem Gutes werden kann".

Der Jahrgang 12 setzte sich schließlich in zwei Sketchen humorvoll mit den Themen oberflächliche Personalführung ("Die fleißige Sekretärin, 一个努力的秘书) und arrogantes Dienstleistungsverhalten ("Zwei Euro zu viel", 多了两欧元) auseinander. Den Abschluss bildete ? der chinesischen Tradition angemessen ? eine Kalligraphie-Vorführung des Jahrgangs 13, der auch die Moderation des Abends übernommen hatte und nun nochmals allen (schriftlich) die besten Wünsche zum Frühlingsfest überbrachten.

Abgesehen von ein paar technischen "Unwägbarkeiten", wie der Mann, der hartnäckig die Glühbirnen auf der Bühne wechseln wollte, und somit ständig das Programm unterbrach, aber ? wie sich letztlich herausstellte ? offensichtlich Weisung von "höchster Stelle" hatte. Und auch das ein oder andere Mikrofon geriet in "Resonanzwettstreit" mit den unerlaubt weiterfunkenden Handys der Gäste, und verursachte dadurch Ärger, der jedoch nur von kurzer Dauer war. Denn die Chinesischlerner der GSG hatten wieder einmal mit viel Mühe und Engagement in der Darbietung und mit ebenso viel Disziplin und Souveränität in der Präsentation ein schönes Programmpotpourri serviert. Erneut wünschten sich zum Schluss nicht nur alle ein Gutes "Neues (chinesisches) Jahr!", sondern eine ? technisch noch perfektionierte und in einer etwas größeren Halle untergebrachte ? ebenso begeisternde "Fortsetzung" des chinesischen Frühlingsfestes an der GSG im kommenden Jahr.   

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